Anleitung zur Software mf.Gas 1.1

Startbildschirm

Stand:      März 2018
Copyright:  Multifuchs UG (haftungsbeschränkt)
            Burgstr. 57 - 06114 Halle
            eMail: fgoetze@multifuchs.email
            Internet: https://multifuchs.de

Dieses Programm ist geeignet zur Berechnung von Gasinstallationen mit:

  • Kupferrohr, Stahlrohr, Edelstahlrohr, Wellrohr und weiteren Rohrarten
  • ein oder mehreren Gaszählern
  • Niederdruck und Mitteldruck
  • Gasströmungswächtern Typ K und M
  • Häuslichen und gewerblichen Installationen

mf.Gas ist auf die Bedürfnisse des Handwerks und von Ingenieurbüros zugeschnitten. Die Software ist einfach zu handhaben und gleichzeitig sehr vielseitig. Auch wer nur gelegentlich Gasgeräte installiert, kommt schnell damit zurecht. Dennoch leistet mf.Gas alles, was nach TRGI 2018 für die Dimensionierung von Gasleitungen erforderlich ist. Auch alle Sonderfälle bei GS-Anordnungen usw. können mit dieser Software exakt behandelt werden.

 

1. Installation

1.1 Windows

Installations Assistent

Für Windows Benutzer steht ein typisches Setup-Programm zur Verfügung. Hier kann der Installationsordner ausgewählt werden. Um mf.Gas zu starten wird eine Verknüpfung im Startmenü und auf den Schreibtisch angelegt.

1.2 Linux

Linux-Benutzer können sich die Linux-Version einfach herunterladen, entpacken und starten. Es ist keine Installation nötig.

2. Updates

Neue Versionen von mf.Gas werden auf https://multifuchs.de/mfgas zur Verfügung gestellt. Windowsnutzer führen das Installationsprogramm aus. Es aktuallisiert die bestehende Installation automatisch. Linuxnutzer ersetzen das entpackte Programm einfach durch die neue Version.

3. Testversion

Solange keine gültige Lizenz installiert wurde, läuft das Programm im Demo-Modus. Dieser unterliegt folgenden Einschränkungen:

  • Testzeitraum 30 Tage ab den ersten Start
  • kein Speichern möglich
  • kein Drucken möglich

Ansonsten können alle Funktionen uneingeschränkt getestet werden.

4. Lizenzierung

Lizenz Manager

mf.Gas kann mit einer oder mehreren Lizenzdateien freigeschaltet werden. Diese können auf https://multifuchs.de gekauft werden. Um eine Lizenzdatei zu installieren, klicken Sie im Menü auf “Lizenz Manager”. Es erscheint ein Fenster, in dem alle installierten Lizenzen aufgeführt sind, neue hinzugefügt und bestehende entfernt werden können.

Um eine neue Lizenz hinzuzufügen, klicken Sie auf “Lizenzdatei Laden” und wählen Sie die Datei aus, die Ihnen via Download oder E-Mail zur Verfügung gestellt wurde.

Anschließend müssen Sie das Programm neu starten.

5. Benutzeroberfläche

Nach dem Programmstart erscheint als Erstes das Begrüßungsfenster. Im Menü können Sie ein bestehendes Projekt öffnen oder ein neues erstellen.

5.1 Neues Projekt

Neue Datei

Zum Erstellen eines neuen Projektes klicken Sie im Menü auf “Datei” auf den Eintrag “Neu”. Es erscheint ein Fenster, in dem Sie dem Projekt einen Namen und eine Beschreibung geben, sowie das Gas auswählen können.

Zusätzlich kann der Typ eingestellt werden. Voreingestellt ist Baum. Damit können alle Installationen berechnet werden.

Für einfache Installationen mit Druckregler, GS, Zählergruppe und einen oder zwei Verbrauchern kann der Typ Formblatt gewählt werden. Die Formblätter sind denen aus der TRGI nachempfunden und bieten die einfachste Möglichkeit, einfache Installationen zu dimensionieren.

6. Projekteditor

Der Projekteditor besteht je nach gewählten Projekttyp (siehe Neues Projekt) aus der Baumansicht oder einen Formblatt.

Projekteditor

7. Baumansicht

In der Baumansicht wird die gesamte Installation dargestellt und bearbeitet. Jede Zeile stellt einen Streckenabschnitt dar – in der Regel ein einzelnes Bauteil, eine Verzweigung oder eine Leitung.

Neue Bauteile können hinzugefügt werden, indem sie aus der Materialliste in den Baum gezogen werden. Bestehende Bauteile können auch einfach an eine andere Stelle verschoben (gezogen) werden. Mehr dazu im Kapitel “Elemente hinzufügen und verschieben”. Die ausgewählte Zeile kann mit der Taste “Entf” oder mit der Funktion “Löschen” im Rechtsklickmenü gelöscht werden.

Die erste Zeile enthält immer den Gas-Anschluss und kann nicht gelöscht oder verschoben werden.

Um eine Zeile zu bearbeiten, muss diese ausgewählt sein (hell-gelber Hintergrund). Es kann immer nur die ausgewählte Zeile bearbeitet werden.

Die Baumansicht ist in mehrere Spalten unterteilt:

Spalte Beschreibung
Name Der Punktname des Bauteils oder – bei einer Leitung – die beiden Namen der Punkte, die von einer Leitung verbunden werden.
  Zusätzlich kann eine beliebige, längere Bezeichnung angegeben werden. Diese Funktion kann benutzt werden, um die Übersichtlichkeit zu verbessern und hat keinen Einfluss auf die Berechnung.
Struktur In dieser Spalte werden an erster Stelle die Verbindungen und Verzweigungen in der Installation und somit der Leitungsverlauf dargestellt.
  Es folgt das Symbol und die Bezeichnung des Bauteiltyps (z.B. Zählergruppe) oder der Art des Punktes (z.B. Gas-Anschluss).
  Am Ende folgen die genauen Eigenschaften. Diese können verändert werden, wenn die Zeile ausgewählt ist. Jeder Bauteiltyp hat andere Eigenschaften, die alle in den folgenden Kapiteln beschrieben werden.
Bauteile Hier werden bei erfolgreicher Berechnung der Installation die berechneten Bauteile ausgegeben, z.B. das Rohr, die Armatur oder GS.
  Manchmal werden nützliche Zusatzinformationen oder Warnungen, die sich aus der Berechnung ergeben haben, mit angezeigt.
Δp (Pa) Dies ist der Druckverlust des Bauteils in Pa. Bei Verzweigungen werden zwei Werte ausgegeben (z.B. 0,9|0,2) - der erste ist immer der, der beim Durchgang, der zweite der, der beim Abzweig anfällt.
Σ Δp (Pa) Dies ist der gesamte Druckverlust der Strecke vom Startpunkt bis zum Bauteil.
  Wenn der Wert in einer Zeile rot hervorgehoben wird, ist der Gesamtdruckverlust bis zu dieser Stelle größer als maximal zulässig (siehe Maximaler Gesamtdruckverlust).

7.1 Elemente hinzufügen, verschieben und löschen

Elemente werden via “Drag&Drop” (ziehen und ablegen) hinzugefügt und verschoben.

Um ein Element hinzuzufügen, klicken Sie es in der Materialliste an, halten die Maustaste gedrückt und ziehen es an die gewünschte Stelle. Beim Ziehen wird in der Tabelle die entsprechende Stelle mit einer grünen Linie hervorgehoben. Wird diese nicht angezeigt, kann das Element an dieser Stelle nicht hinzugefügt werden. Startpunkte und Endpunkte können nicht verschoben werden. Sie können aber durch entsprechende Elemente aus der Materialliste ersetzt werden, indem man ein solches auf das zu ersetzende zieht.

Verschieben funktioniert ähnlich wie Hinzufügen: Ziehen Sie einfach ein bestehendes Element an die neue Stelle.

Um ein Element zu löschen, muss es zuerst ausgewählt werden. Mit der Taste “Entf” oder dem Eintrag “Löschen” aus dem Rechtsklickmenü kann das Element entfernt werden.

7.2 Grundstruktur

Jedes Projekt besteht aus genau einem Gas-Anschluss, gefolgt von genau einem Startpunkt. Dazu kommt mindestens ein Endpunkt. Durch jede Verzweigung ensteht ein neuer Endpunkt, sodass für die Anzahl der Endpunkte gilt:

nEndpunkte = nVerzweigungen + 1

Punkte und Verzweigungen müssen immer durch Leitungen verbunden sein.

Grundstruktur

Der Startpunkt (z.B. Druckregler) bestimmt immer den zur Verfügung stehenden Druck, der Endpunkt (z.B. Gasgerät) verlangt immer einen Mindestdruck. Die Differenz aus beiden ist der maximale Druckverlust, den die Strecke von Startpunkt zu Endpunkt verursachen darf.

Gas-Anschluss

Hier kann die Gasart ausgewählt werden. Bei Erdgas hat man die Auswahl zwischen “Erdgas L”, “Erdgas H” und “Erdgas”. Letzteres erlaubt es, alle Eigenschaften des Gases genau einzustellen:

Feld Beschreibung
Hi,B Heizwert in kW/m3
dV Relative Dichte
ν kinematische Viskosität in m2/s
Im Zweifelsfall sollte mit Erdgas L gerechnet werden: Die Anlage funktioniert dann auch mit höheren Heizwerten. Wenn die Anlage immer mit Erdgas H betrieben wird, kann man dies hier einstellen. Durch größere Heizwerte kommt man oft mit kleineren Rohrabmessungen und kleinerem GS aus.

Startpunkt

Der Startpunkt ist immer das erste Element nach dem Gas-Anschluss. Es ist der Punkt an dem die eigentliche Installation beginnt, in der Regel ein Druckregler. Der voreingestellte Startpunkt “Gasdruckregelgerät” kann mit allen Startpunkten aus der Materialliste ersetzt werden.

Endpunkte

Ein Endpunkt ist immer das letzte Element in einem Fließweg, in der Regel ein Gasgerät. Jede Verzweigung erzeugt automatisch einen neuen Endpunkt. Fehlt ein Endpunkt, erscheint in der Baumansicht an der entsprechenden Stelle eine Zeile mit einem Fragezeichensymbol und der Bezeichnung “Endpunkt für Reihe”. Diese kann mit allen Endpunkten aus der Materialliste ersetzt werden.

Maximaler Gesamtdruckverlust

Der maximale Gesamtdruckverlust eines Fließwegs ist die Differenz aus dem Druck, der mindestens an einem Endpunkt zur Verfügung stehen muss, und dem Druck, der am Startpunkt zur Verfügung steht. Diese Differenz ist der wichtigste Wert, mit dem mf.Gas die Installation berechnet: es sucht die kleinstmögliche Dimensionierung, deren Druckverlust unter dem maximalen Gesamtdruckverlust liegt.

7.3. Materialliste

Die Materialliste enthält alle Elemente, die in die Baumansicht gezogen werden können.

Die Elemente sind in verschiedene Kategorien unterteilt. Um die Materialliste übersichtlicher zu machen, kann eine Kategorie mit einen Klick auf- und zugeklappt werden.

Materialliste

8. Formblatt

Formblätter existieren für Installationen mit Druckregler, GS, Zählergruppe und einen oder zwei Verbrauchern. Sie sind denen der TRGI 2018 nachempfunden und sind die einfachste Möglichkeit, einfache Installationen zu berechnen. Sie sind für die Häufigsten Anwendungsfälle ausreichend, für alle anderen muss die Baumansicht verwendet werden.

9. Automatische Berechnung

Die Installation wird bei jeder Änderung automatisch neu berechnet. Sollten dabei Fehler auftreten, weil z.B. Elemente fehlen oder falsch konfiguriert sind, erscheint dazu eine Meldung im Statusfenster. Oft wird auch die fehlerhafte Stelle in der Baumansicht rot hervorgehoben.

10. Statusfenster

Das Statusfenster enthält Rückmeldungen aus der Berechnungsroutine. Je nach Farbe ist die Bedeutung verschieden:

Farbe Bedeutung
Grün Wird nur für die Meldung “Die Installation wurde erfolgreich berechnet.” verwendet.
Gelb Wird für Hinweise und Warnungen verwendet. Diese verhindern nicht die vollständige Berechnung der Installation, können aber auf Umstände hinweisen, die eine Anpassung der Installation verlangen können.
  Beispiel: “Gasinstallation ohne Gasströmungswächter gewählt. Keine häusliche Gasanwendung!”. Für gewerbliche Anwendungen ist die Installation so wie sie ist zulässig. Für die häußliche Anwendung muss aber noch ein GS gesetzt werden.
Rot Wird verwendet, wenn die Installation nicht vollständig berechnet werden konnte (z.B. Eingaben fehlen, ungültig sind oder selbst die größtmögliche Dimensionierung der Anlage zu klein ist).

11. Elemente

Hier werden alle Kategorien und Elemente in der Materialliste beschrieben.

11.1 Startpunkte

Mit einem Startpunkt beginnt eine Installation. In jedem Projekt gibt es mindestens einen Startpunkt, direkt nach dem Gasanschluss. Bei einem neuen Projekt ist das Gasdruckregelgerät voreingestellt.

Rohrleitung

Universalstartpunkt, der für folgende Situationen eingesetzt werden kann:

  • Es ist kein Druckregler am Anfang der Installation vorhanden.
  • Die gesamte Installation wurde in mehrere Projekte unterteilt und dieses Projekt baut auf einen anderen auf (siehe Kapitel Installation unterteilen).
  • Das Projekt beschreibt eine Veränderung oder Erweiterung einer bestehenden Installation.

Gasdruckregelgerät

Hier muss immer der entsprechende Ausgangsdruck pAusgang (voreingestellt: 2300 Pa) eingestellt werden.

Zwischenregler sind möglich. Dazu kann ein Gasdruckregler als Endpunkt verwendet und zusätzlich der Arbeitsdruck (voreingestellt: 2000 Pa) eingestellt werden.

Gasdruckregelgerät mit GS-M

Entspricht einem Gasdruckregelgerät mit integriertem GS-M. Die Größe des GS hängt von der Gesamtleistung der Installation ab und wird automatisch berechnet.

GS-K und Gasdruckregelgerät

Fasst zwei aufeinander folgende Bautteile zusammen: Erst ein GS-K, gefolgt von einem Gasdruckregelgerät. Die Größe des GS hängt von der Gesamtleistung der Installation ab und wird automatisch berechnet.

11.2 Komponenten

Leitung

Stellt eine Strecke mit einer Rohrart dar. Sie hat immer eine bestimmte Länge und kann Winkel enthalten. Eine Leitung bietet folgende Einstellungen:

Name Bedeutung
Länge Länge der Leitung in Metern
Winkel Anzahl der Winkel in der Leitung
Rohrart Die Rohrart der Leitung. Voreingestellt ist immer die Standardrohrart.
Nennweite Die Nennweite der Leitung. Voreingestellt ist (auto), d.h. mf.Gas berechnet die Nennweite der Leitung automatisch.

Um eine eingestellte Rohrart als Standardrohrart zu markieren, retchsklickt man einfach auf eine Leitung und wählt im Kontextmenü “Verwende als Standardrohrart”.

GS

Ein GS muss immer an dem Anfang einer Teilstrecke gesetzt werden. Eingestellt werden kann nur der Typ (“M” oder “K”, voreingestellt “K”). Die Größe des GS hängt von der Gesamtleistung der Installation ab und wird automatisch berechnet.

11.3 Zähler

Zählergruppe

Es stehen alle Größen von G2.5 bis G100 zur Verfügung. Mit der Einstellung (auto) wird automatisch die kleinstmögliche Zählergruppe gewählt.

Balgengaszähler, Durchflussmessgerät und Drehkolbenzähler

Es muss der maximale Durchfluss Qmax und der Druckverlust bei Qmax eingestellt werden. Beide Angaben können aus dem Datenblatt des Zählers entnommen werden.

11.4 Armaturen

Alle Armaturen können manuell oder automatisch (auto) eingestellt werden. Bei (auto) wählt mf.Gas die Armatur, die zum vorhergehenden Rohr passt.

Absperreinrichtungen und Geräteanschlussarmaturen stehen jeweils als Eckhahn und Durchgangshahn zur Verfügung.

Absperreinrichtungen können an jeder Stelle eingesetzt werden. Geräteanschlussarmaturen müssen immer vor ein Gasgerät gesetzt werden.

11.5 Verzweigung

Verzweigungen werden mit T-Stücken realisiert. Ist ein Ausgang an den durchgehenden Strang angeschlossen, das andere an den abzweigenden, spricht man von einen T-Abgang. Sind beide Ausgänge an den durchgehenden Strang angeschlossen, spricht man von einer Stromtrennung. Beide Verzweigunstypen werden zur besseren Unterscheidung in der Baumansicht unterschiedlich dargestellt und können einfach durch den anderen ersetzt werden.

11.6 Endpunkte

Endpunkte schließen einen Strang ab. Für jeden Endpunkt müssen die Nennbellastung, die Höhe und der kleistmögliche Anschlussdruck angegeben werden. Aus der Differenz zum Anfangsdruck ergibt sich der maximale Druckverlust auf der Strecke zu diesem Endpunkt. mf.Gas berechnet die Installation so, dass dieser unterschritten wird.

Die Höhe ist relativ zum Anfangspunkt oder, sofern vorhanden, zum letzten Zwischendruckregler. Liegt der Endpunkt tiefer, ist sie negativ. Positive Höhenunterschiede bringen einen Druckgewinn (Druckverlust bei Flüssiggas).

Gasgerät

Vor ein Gasgerät muss immer eine Geräteanschlussarmatur gesetzt werden (siehe Armaturen). Die Gleichzeitigkeit kann an- oder ausgeschaltet werden. Sie ist standardmäßig aktiviert, muss aber für Geräte, die anfällig für schwachen Druck sind (wie Blockheizkraftwerke) ausgeschaltet werden.

Steigleitung

Für Steigleitungs werden die Leitungen, die zu den einzelnen Etagen führen, dimensioniert. Hierzu muss der Anschlussdruck der einzelnen Etagen, die Höhe am Beginn der Steigleitung und die Anzahl der Etagen eingegeben werden.

Für die Eingabe der Summenbelastung und der maximalen Nennbelastung gelten die selben Regeln, wie für Übergabepunkte.

Übergabepunkt

Übergabepunkte sind Endpunkte, denen eine andere Installation folgt. Wenn sich z.B. dieses Projekt auf ein Mehrfamilienhaus bezieht, würde man vor einer Wohnung mit einen Übergabepunkt abschließen und die Wohnung in einem gesonderten Projekt berechnen.

Es müssen die Summenbelastung und die maximale Nennbelastung angegeben werden. Wenn hinter den Übergabepunkt keine Gleichzeitigkeit angewendet wird, muss die maximale Nennbelastung weggelassen werden. Die maximale Nennbelastung ist der QNB Wert des größten Verbrauchers. Ist nur ein Verbraucher vorhanden, ist dieser Wert gleich der Summenbelastung.

12. Eigene Materialen

mf.Gas unterstützt von Haus aus die meisten in der TRGI 2018 genannten Bauteile und Rohrarten. Wenn nötig, können eigene Materialbibliotheken angelegt und verwendet werden.

12.1 Materialbibliothek zum Projekt hinzufügen

Um eine Materialbibliothek zum aktuellen Projekt hinzuzufügen, öffnen sie Sie mit Datei -> Materialbibliothek laden....

Die eigenen Rohrarten erscheinen jetzt im entsprechenden Wahlfeld von Leitungselementen.

Für eigene Bauteile muss das Element Eigenes Bauteil aus der Materialliste zum Projekt hinzugefügt werden. Hier kann dann die Bauteilgruppe und das genaue Bauteil gewählt werden.

12.2 Materialbibliothek im Projekt Aktuallisieren

Um eigene Materialien im Projekt zu Aktuallisieren muss die neue Materialbibliothek einfach ein weiteres Mal geladen werden.

12.2 Materialbibliothek erstellen

Um eine neue Materialbibliothek zu erstellen, klicken Sie auf Datei -> Neu, wählen unten Materialbibliothek und bestätigen mit OK.

Auf der linken Seite befindet sich die Liste mit allen Rohrarten und Bauteilgruppen in der Bibliothek. Darunter befindet sich das Statusfenster, wo Fehler und Hinweise angezeigt werden.

12.3 Rohrarten

Um eine neue Rohrart zu erstellen, klicken Sie unter der Bauteileliste auf Neue Rohrart.... Im Hauptfenster erscheint der Rohrarteditor. Hier müssen die Angaben aus dem Datenblatt übertragen werden.

Als erstes können grundlegende Eigenschaften eingegeben werden:

Feld Bedeutung
Name Der Name der Rohrart (z.B. Kupferrohr).
Abkürzung Die Abkürzung für den Namen (z.B. CU).
Material Für Verbundrohre muss hier Plastic gewählt werden. Diese Einstellung ist wichtig für den GS-Abgleich: Nicht-Metall-Rohre müssen hier immer mit ausreichend Reserve ausgelegt werden.
Verbindungsglieder Auswahl für alle Typen von Verbindungsgliedern, die für diese Rohrart zur Verfügung stehen.

In der Tabelle können die einzelnen Nennweiten eingegeben werden:

Spalte Bedeutung
Name Der Name der Nennweite (z.B. 22x1.) - sollte so kurz wie möglich sein.
di Innendurchmesser (z.B. 19)
k Rauhigkeit (z.B. 0,0015)
Zeta … Zeta Werte für T-Stücke und gewählte Verbindungsglieder.

12.4 Bauteilgruppen

Um eine neue Bauteilgruppe zu erstellen, klicken Sie unter der Bauteilliste auf Neue Bauteilgruppe.... Im Hauptfenster erscheint der Bauteilgruppeneditor. Hier müssen die Angaben aus dem Datenblatt übertragen werden.

Eigene Bauteile sind in Gruppen organisiert, z. B. Gassiebe oder Hersteller XY Armaturen.

Der Gruppe müssen ein Name und eine Abkürzung gegeben werden.

Zu der ersten Tabelle können Bauteile mit den darunterliegenden Schaltflächen hinzugefügt, verschoben und entfernt werden.

Spalte Bedeutung
Name Der Name des Bauteils
Abkürzung Die Abkürzung für den Namen
Vmin Kleinster Volumenstrom in m³/s, für den das Bauteil ausgelegt ist. Ist in fast allen Fällen 0.
Vmax Größter Volumenstrom, für den das Bauteil ausgelegt ist.

Die zweite Tabelle bezieht sich immer auf das in der ersten ausgewählte Bauteil. Sie enthält Zuordnungen von einen bestimmten Volumenstrom zu den vom Bauteil verursachten Druckverlust. Die erste Zeile enthält typischerweise das Wertepaar 0 m³/s -> 0 Pa. Weitere müssen aus dem Datenblatt entnommen werden.

Es ist üblich, dass der Druckverlust quadratisch proportional zum Volumenstrom ist. mf.Gas interpoliert und extrapoliert die Werte deswegen nicht linear, sondern quadratisch. Deswegen reicht es in den meisten Fällen aus, neben 0 m³/s -> 0 Pa nur noch ein weiteres Wertepaar anzugeben.

Unter den Tabellen befindet sich ein Diagramm, mit dem man die den Druckverlustverlauf noch mal visuell mit dem Datenblatt verglichen werden kann.